Sphagnum spp.

Die Torfmoose Deutschlands

Diese Seite informiert über die in Deutschland heimischen Sphagnum-Arten und führt in die Grundlagen der Torfmoosbestimmung ein. Zu fast allen Arten steht umfangreiches Bildmaterial bereit, das laufend ergänzt und überarbeitet wird. Dabei liegt der regionale Schwerpunkt in Nordwestdeutschland. In allgemein verständlicher und zugleich fachlich genauer Form werden die einzelnen Sektionen und Arten beschrieben und die wesentlichen Bestimmungsmerkmale hervorgehoben.
Aktuelle Beiträge
- Start von torfmoos.de – Die Torfmoose DeutschlandsAufgrund ihres typischen Aufbaus sind Torfmoose als Gattung leicht zu erkennen. Die Bestimmung der einzelnen Arten ist dagegen deutlich schwieriger, denn die morphologische Variabilität ist bei vielen Arten sehr groß, während die Unterschiede zwischen… Start von torfmoos.de – Die Torfmoose Deutschlands weiterlesen
Sphagnum papillosum – Mein Torfmoos des Jahres
Sphagnum papillosum bildet Rasen und flache Bulte in offenen Mooren. In Deutschland gilt es als wichtige Kennart für naturnahe Hoch- und Zwischenmoore. Die eigentliche Bedeutung liegt jedoch in seiner Rolle als Torfbildner. Zusammen mit S. medium und S. rubellum gehört S. papillosum zu den wichtigsten torfbildenden Arten der hiesigen Hochmoore. Unter günstigen Bedingungen können sie ein Akrotelm aufbauen – jene oberste, lebende und periodisch durchlüftete Schicht eines Hochmoores, in der der Wasserstand schwankt und die wie ein Schwamm den Wasserhaushalt des gesamten Moorkörpers reguliert. Erst ein funktionierendes Akrotelm verleiht einem Hochmoor seine Fähigkeit zur Selbstregulation; darunter schließt sich das dauerhaft wassergesättigte Katotelm an, in dem der Torf konserviert wird.
Genau hier wird S. papillosum zur Schlüsselart. Im nordwestdeutschen Tiefland, wo nach jahrzehntelangem Torfabbau heute große Flächen wiedervernässt werden, entscheidet sich an Arten wie S. papillosum, ob aus einer nassen Fläche wieder ein echtes, wachsendes Hochmoor wird. Denn Wiedervernässung allein kann ein zerstörtes Hochmoor nicht renaturieren, erst der Wiederaufbau eines akrotelmbildenden Torfmoosrasens lässt den lebenden Moorkörper und seinen selbstregulierenden Wasser- und Nährstoffhaushalt zurückkehren. Mehr zum Thema Hochmoorregeneration und der Wiederansiedlung von Bulttorfmoosen ist Köster et al. (2024) zu entnehmen.


